Keine einheitliche Rechtsprechung in NRW, aber Grillen ist für Mieter nicht generell verboten

Grllen nicht generell verboten für MieterHagen. (MV) Jetzt hat  für viele Menschen die fünfte Jahreszeit – die Grillsaison – begonnen. Aber wer nicht auf einem Bauernhof auf der grünen Wiese wohnt oder zumindest über ein großes Grundstück verfügt, der muss viele Dinge beachten. Regel Nr. 1: Niemand darf durch das Grillen zu Schaden kommen oder unzumutbar belästigt werden. Wobei es erst einmal keine Rolle spielt, ob auf dem Balkon, der Terrasse oder im Garten die Holzkohle entzündet bzw. der Gas- oder Elektrogrill angeworfen wird. Ein Hauseigentümer hat genauso Rücksicht auf die Nachbarn zu nehmen wie ein Mieter.

Stefan Wintersohle, Fachanwalt für Mietrecht, stellt klar: „Man kann nicht grundsätzlich sagen, dass Mieter überhaupt nicht grillen dürfen! Es sei denn, das ist ausdrücklich im Mietvertrag so festgelegt. Das ist nach meinem Kenntnisstand aber äußerst selten der Fall. Was Häufigkeit und auch Dauer dieses Freizeitvergnügens betrifft, haben wir in Nordrhein Westfalen eine Rechtsprechung, die in ihrer Uneinheitlichkeit einer Farbpalette oder einem Flickenteppich ähnelt!“ Der Mieterverein Hagen empfiehlt daher, ein grundsätzlich klärendes Gespräch mit dem Vermieter zu führen. Das bedeutet aber nicht, dass man nach dessen Zustimmung den Grill ohne Rücksicht auf Mitbewohner und Nachbarn anwerfen kann, so der Mieterverein weiter. Anwalt Wintersohle hat deshalb einen Tipp parat, der sich aber wohl nicht immer anwenden lässt: „Wer Problemen beim Grillen von vornherein aus dem Weg gehen will, für den gibt es nur eins – alle, die betroffen sind oder sich belästigt fühlen könnten, zur Grillparty mit einladen!“