Gehhilfe darf im Treppenhaus stehen

Gehilfen dürfen im Treppenhaus stehenHagen. (MV) Der Mieterverein Hagen e. V. weist aus gegebenem Anlass darauf hin, dass Mieter, die zur Fortbewegung eine Gehhilfe – auch Rollator genannt – benötigen, diese auch im Treppenhaus abstellen dürfen, wenn das nicht zu wesentlichen Behinderungen der Mitbewohner führt. „Es gibt leider immer wieder Vermieter, die eine sehr selektive Wahrnehmung haben und einen Rollator mit einem Fahrrad gleichsetzen. Das Abstellen von Fahrrädern im Treppenhaus kann durch den Mietvertrag ausgeschlossen werden. Aber eine Gehilfe für ältere, nicht mehr so mobile Menschen ist nun wirklich etwas ganz anderes!“ erklärt Rechtsanwalt Franz Michalek, Vertragsanwalt des Mietervereins.

Gerade bei Wohnungsgesellschaften und auch gemeinnützigen Genossenschaften kommt es deshalb immer wieder zu Problemen. Aber ausgerechnet dort erwartet man eigentlich mehr Verständnis für die Belange gehbehinderter Bewohner als bei privaten Vermietern. Nach Auffassung des Mietervereins machen es sich manche Vermieter sehr einfach. Michalek, der auch Fachanwalt für Miet- und Wohnungseigentumsrecht ist, meint dazu: „Die Rechtslage ist völlig klar, die Urteile in der letzten Zeit sind zugunsten der Mieter ergangen. Ich kann allen Betroffenen nur dazu raten, sich nicht einschüchtern zu lassen und gegen solch unsinnige Verbote vorzugehen!“ Es sei auch völlig logisch, dass ein älterer Mensch, der Probleme beim Gehen habe, nicht auch noch  seinen Rollator die Treppe hinauftragen könne. „Die demographische Entwicklung ist zur Zeit in aller Munde. Aber in der Praxis sieht oft alles anders aus. Dieses ist nur ein Beispiel dafür, dass den Bedürfnissen älterer Menschen im Alltag nicht in erforderlichem Maße entsprochen wird“, kritisiert Michalek das Verhalten mancher Vermieter. „Wenn es zum Streit mit dem Vermieter kommt, sind unsere M itglieder auf der sicheren Seite. Wir beraten, führen die Korrespondenz mit dem Vermieter und helfen natürlich auch bei gerichtlichen Auseinandersetzungen!“ zeigt Michalek abschließend die Vorteile einer Mitgliedschaft im Mieterverein auf.